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Schäfte aus Fichtenholz

Schäfte aus Fichtenholz

Fichtenholz ist das Holz der "Fichte" (botanischer Gattungsname "Picea"), die als Nadelbaum zur botanischen Familie der Kieferngewächse gehört. Im europäischen Raum sowie in großen Gebieten von Nordasien wird das Fichtenholz aus der heimischen Fichtenart "Gemeine Fichte" (Picea abies) gewonnen, die auch unter den Namen "Gewöhnliche Fichte", "Rotfichte" oder "Rottanne" bekannt ist. Die "Gemeine Fichte" wird aufgrund ihrer elementaren Bedeutung in der Forstwirtschaft und Holzindustrie auch sehr häufig als "Brotbaum" bezeichnet. In Nordamerika ist die Fichtenart "Sitka Fichte" (Picea sitchensis) beheimatet und weit verbreitet, weswegen diese auch dort den Hauptlieferanten für Fichtenholz darstellt. Das Fichtenholz, welches aus nordischen Regionen, wie Skandinavien, Nordamerika und Russland stammt, wird auch als "Nordische Fichte" bezeichnet. Die Fichten der nordländischen Regionen wachsen aufgrund des extrem kalten Klimas unter anderen Bedingungen, als Fichten in wärmeren mitteleuropäischen Gebieten und liefern dementsprechend ein Fichtenholz mit besonderen Eigenschaften. Aufgrund der sehr kurzen Sommer und der extrem kalten sowie sehr langen Winter in diesen nordischen Regionen wachsen die Fichten sehr viel langsamer und sehr gerade mit einem zylinderförmigen Stamm mit wenig bis gar keinen Ästen im unteren Stammbereich. Nordische Fichten besitzen vorteilhafterweise sehr dichte Jahresringe. Das nordische Fichtenholz ist dadurch sehr hart, sehr fest und sehr stabil, weswegen es sehr häufig als Bauholz für tragende Holzbaukonstruktionen in Außenbereichen verwendet wird. 

Fichtenholz ist ein mittelschweres Holz mit einer Rohdichte von durchschnittlich 470 kg/m3 (bei 12 % bis 15 % Feuchtigkeitsgehalt) und ein sehr weiches, relativ elastisches sowie sehr tragfähiges Holz. In der Farbe ist das Fichtenholz hellweißlich bis gelblich-weiß und im nachgedunkelten Zustand gelblich-braun. Es ist auch ein relativ empfindlicher Rohstoff, sodass Fichtenholz je nach Einsatzzweck mit entsprechenden Holzschutzmitteln behandelt werden muss. Dieses Nadelholz wird zu Rundholz, Schnittholz sowie Furnierholz verarbeitet und auch für die Herstellung von Holzwerkstoffen wie Sperrholz, Leimholz (Brettschichtholz) oder Spannplatten eingesetzt. Fichtenholz findet in vielen Bereichen Verwendung wie unter anderem als Bauholz und Konstruktionsholz (im Innenausbau und im Außenbereich), in der Möbelherstellung, in der Papier- und Zellstoffproduktion sowie auch als Energierohstoff. Fichtenholz aus der im Hochgebirge gewachsenen "Haselfichte" ist besonders als Klangholz für Musikinstrumente geeignet und wird für die Decke von Streich- und Zupfinstrumenten sowie für den Resonanzboden bei Tasteninstrumenten verwendet.