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Bambusschäfte Information

Bambusschäfte Information

Bambusschäfte Information

Bambuspfeilschäfte

Herstellung von Pfeilschäften aus Bambus

Die Herstellung von Bambusschäften eine komplizierte Kunst. Unser Hersteller in China sucht die Bambustriebe sorgfältig aus und lässt sie zunächst trocknen, damit die Triebe keine Risse bekommen muss dies sehr langsam  und gleichmäßig geschehen. Da die Triebe natürlich gewachsen sind müssen sie anschließend begradigt werden, anders als gefräste Schäfte aus Zeder, Fichte oder KIefer. Das Begradigen geschiet durch Erwärmung des Schaftes, dadurch wird er flexibel und weich, er kann so leicht in Form gebogen werden und behält diese dauerhaft. Dieser Vorgang wird von einem Spezialisten ausgeführt, die Bambuschäfte sind anschließen gerader als die meisten gefrästen Holzschäfte. 

Anschließend müssen die hervorstehenden Nodien abgeschliffen werden. Dies geschiet in mühevoller Arbeit und kann nur von erfahrenen Fachleuten gemacht werden. Um die Stabilität des Schaftes nicht zu gefährden können die Nodien, besonders bei dünneren Schäften, nicht vollständig abgeschliffen werden. An dieser Stelle bleibt der Pfeil etwas dicker, dadurch können die Schäfte so aussehen als wären sie sehr krumm und ungleichmäßig, leider lässt sich das nicht verhindern. Aus diesem Grund kann ein Bambusschaft auch nicht ausgerollt werden, denn er eiert durch die Nodien immer, unabhängig wie gerade er ist.

Der Fertige Schaft wird noch handgespined und von uns vor dem Versand ein zweites mal begradigt und dabei bruchgetestet. 

 

Wissenswertes zu Pfeilschäften aus Bambus

Bambusschäfte verjüngen sich zu einer Seite, diese natürliche Taper ist ein großer Vorteil eines Bambuspfeil. Durch die Taper liegt der Schwerpunkt weiter vorne, der Pfeil braucht einen kürzeren Weg um sich zu stabilisieren. Aus diesem Grund könnnen kleinere Federn und leichtere Spitzen benutzt werden, der Pfeil wird schneller. Diese Eigenschaft ist so begehrt, dass gute Holzpfeile aufwändig und teuer getapert werden. Ein getaperter Schaft verzeiht Schussfehler deutlich besser, als ein normaler Schaft. Ebenso verhält er sich beim Spinewert sehr tolerant.

Nutzen Sie immer das dickere Ende für die Spitze, anders herum trudelt der Pfeil.

Bambusschäfte sind innen hohl. Dass hat den Vorteil, dass der Pfeil keine tote Masse hat. Bei gefrästen Schäften aus Holz besteht immer der Nachteil, dass der Schaft durchgängig aus Holz besteht, jedoch dienen nur die äußeren Fasern der Stabilität. Die inneren haben also keinen Nutzen, wiegen aber trotzdem. Daraus ergibt sich eine längere Haltbarkeit des Schaftes, denn ein schwerer Pfeil bricht bei gleicher statischer Stabilität, leichter. Diese Konstruktion findet man ebenso bei Carbon-Schäften, die ebenfalls innen hohl sind.

Wenn Sie bei einem starken Bogen haben ist es sinnvoll lieber eine schwere Spitze zu nehmen als einen schweren Schaft, um auf die gewünschten grain per lbs zu kommen. Ein leichter Schaft mit schwerer Spitze hat wiederum den Schwerpunkt weit vorn und fliegt so sehr stabil. 

 

Welche Spitze für Bambusschäfte?

Aufgrund Ihrer natürlichen Wuchsart haben Bambusschäfte mit gleichem Spinewert oft sehr unterschiedliches Gewicht. Bei gefrästen Holzpfeilen spielt dieser Unterschied kaum eine Rolle, jedoch sollten Sie bei Bambusschäften in Betracht ziehen gewogene Schäfte von uns zu kaufen.

Auch der Durchmesser unterscheidet sich leicht von Schaft zu Schaft. Jedoch passen 5/16 oder 11/32 auf die meisten Schäfte, teilweise muss etwas nachgeschliffen werden. Die normalen Schaftanspitzer lassen sich dafür verwenden. Wir führen für kleine Spinewerte im Bereich bis 45# auch extra drünne 6,8mm Spitzen.

Bambusschäfte sind kälteempfindlich bei Minusgraden sollten Sie die Bambuspfeile nicht benutzen.

Hier geht es zu unseren Bambusschäften.

Wie kürzt man Bambusschäfte am besten?

Da Bambusschäfte auf einer Seite dünner sind, als auf der anderen sind beim Kürzen Besonderheiten zu beachten. Der Spinewert wird bei den Schäften auf eine Länge von 26" in der Mitte gemessen. Die Schäfte sind jedoch fast 33" lang. Damit ist der Spinewert auf der dünnen Seite etwas geringer und auf der dicken Seite höher. Kürzt man die Schäfte so muss man beide Seiten gleichmäßig kürzen um den gemessenen Spinewert zu erreichen. Möchte man einen etwas höheren Spine so kürzt man die dünnere Seite, will man einen niedriegeren, so kürzt man die dicke Seite. 

Bambusschäfte begradigen?

Man kann den Bambusschaft, z.B. nach Streifschüssen, auch selbst begradigen. Oft reicht es den Schaft gegen die Krümmung zu biegen. Bei hartnäckigen Krümmungen kann man den Schaft an der Biegestelle etwas erwärmen, einfach mit einem Feuerzeug oder einer Kerze (Dampf bringt bei Bambus nichts), ohne den Schaft zu verbrennen (braun werden ist nicht schlimm, schwarz ist schlecht). 

Hier finden Sie unsere Bambusschäfte zum kauf.

Welche Nocken bei einem Bambusschaft? 

Da die Nockseite das Bambusschaftes noch dünner ist, als die Spitze, passen normale 5/16 Nocken schlecht auf Bambusschäfte (ab 60# aufwärts geht das meist). Es funktionieren aber Nocken in 9/32, zum Beispiel die Nocken von TopHat:TopHat Nocken. (Die Nocken sind leider ein Auslaufmodell) in 9/32 gibt es jetzt Nocken von Arizona Und natürlich kann man auch Selfnocken verwenden. Die Nocke muss aber mindestens mit einer Wicklung verstärkt werden. Besser noch durch ein Horninlay. Man kann auch ein bisschen Epoxyd- oder einen anderen starken Kleber auf den Nockboden geben, um den Markkanal zu schließen und die Fasern zu versiegeln. 

Horn_Insert_Bambusschaft

Beispiel einer Selfnocke in Bambus mit einem Horninlay verstärkt. Das Horn stammt vom Wasserbüffel.