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Spinewert / Spinemessung

spinewertmessung

 

ATA Standard Spinewert ( Holzschäfte)

Kurz gesagt: der Spinewert bestimmt den Durchbiegewert bzw. die Steifigkeit des Pfeilschaftes. 


Fangen wir technisch an. Man misst den Spinewert mit einem Spinetester; Der Schaft wird dabei auf zwei kleine Halterungen, mit einem Abstand von 26 Zoll (66cm), gelegt.


Die Jahresringe liegen senkrecht, also parallel zur Messung, weil sich später beim Schuss der Pfeil auch so um den Bogen biegt.

Auf die Mitte des Schaftes wird ein Gewicht der Masse  2 lbs (0,908 kg) gehängt.


Je mehr der Schaft nachgibt, desto niedriger ist der Spinewert.

Spinetester geben direkt einen Wert in Pfund an; es gibt Modelle mit digitaler Anzeige oder mit mechanischer Messuhr.

Die so ermittelten Werte gelten für Pfeile mit einer Länge von 28 Zoll.

Eine Umrechnungstabelle zum selber ausrechnen findet sich z.B. im Bogensportwiki.


Schäfte werden meist in fünfer Gruppen eingeteilt. Z.B. 40-45#. Die Angabe dient eigentlich dazu, direkt zu wissen für welche Bogenstärke ein Pfeil geeignet ist. Daher haben härtere Schäfte einen höheren Spinewert, da sie für stärkere Bögen gedacht sind.  Also 40# Schäfte eignen sich für einen 40'# Bogen unter Normbedinungen.

Die Normbedingungen sind:

  • Auszugslänge 28 Zoll
  • gerader glasbelegter Langbogen mit Draconsehne
  • Spitze mit 125grain
  • paralleler Schaft (nicht gebarreld oder getapert)

Da in den seltensten Fällen alle Bedingungen genau erfüllt sind, muss man den Wert entsprechend anpassen. Näheres dazu weiter unten.

 
Die oben genannte Spinemessung verläuft nach ATA Archery Trade Association ( früher AMO ) Standard und wird fast ausschließlich noch für Holzschäfte verwendet. Bei modernen Materialien wie Aluminium, Glasfaser oder Carbon wird der Easton Standard verwendet. 


Spinemessung nach Easton Standard ( Carbon, Aluminium, Glasfaser)

Beim Easton Standard wird der Schaft auf eine Länge von 28 Zoll mit einem Gewicht mit der Masse 880 gramm also 1,94 lbs gemessen.

Nach diesem Verfahren wird direkt der Wert in tausendstel Inch angegeben den der Pfeilschaft durchgebogen wurde. Spine von 300 bedeutet also 0,300 inch durchgebogen. 500 = 0,5 inch durchgebogen.

Je stärker der Schaft, desto niedriger der Spinewert. 

Diesen Spinewert finden Sie meistens bei Carbonschäften, entweder als tausendstel: z.B. 500 oder auf 1 Inch bezogen zb: 0.500 oder .500.

 

Aber Achtung, einige Hersteller haben ihre eigenen Skalen die mit diesem Wert nichts zu tun haben. 

So hat ein Heritage Carbonschaft von Carbon Express mit der Variante 150 einen Spine von 495 und die Variante 75 hat einen Spine von 670.

Wir geben bei allen Produkten mit eigener Skala auch den echten Spinewert an, damit Sie vergleichbare Werte haben und mit Spinetabellen arbeiten können. 


Welchen Spinewert brauche ich?

Welchen Spinewert Sie bei Ihren Pfeilen benötigen, hängt von mehreren Faktoren ab.


Da der Wert auf 28 Zoll gilt, ändert sich der benötigte Spine abhängig vom Auszug. Pro Zoll (1Inch = 1Zoll) die der Auszug länger ist (ausschlaggebend ist, wie weit der Pfeil vom Schützen tatsächlich gezogen wird, also der persönliche Auszug des Schützen), kann man 5 lbs dazuzählen und pro Zoll das der Pfeil kürzer ist kann man 5 lbs abziehen. 


Das Gleiche gilt für Spitzen.

Das Normalgewicht sind 125 Grain.

Hier kann man pro 25 grain Abweichung 3-5 lbs dazuzählen (schwerere Spitze) oder abziehen (leichtere Spitze).

Bei getaperten Schäften (Auch Bambusschäfte) kann man 5 lbs dazuzählen.

Auch der Bogen hat einen Einfluss auf den benötigten Spinewert. Standard ist ein gerader glasbelegter Langbogen mit Draconsehne.  

 
Holzbögen:

 

Selfbogen oder englischer Langbogen mit Dacronsehne                         -5 lbs bis -10 lbs
 
Glasbelegte Bögen:

 

  • gerader Langbogen mit Dacronsehne                                                       +/- 0 lbs
  • reflex und reflex-deflex gearbeiteter Langbogen mit Dacronsehn                +5 lbs
  • reflex und reflex-deflex gearbeiteter Langbogen mit Fast-Flite Sehne         +5 bis +10 lbs
  • Recurvebogen mit Dacronsehne                                                              +5 bis +10 lbs
  • Recurvebogen mit Fast-Flite Sehne                                                         +10 bis +15 lbs
 
 
Beispiel zur Berechnung eines Spinewerts:
 
Zuggewicht                40 lbs
Selfbogen                  - 5 lbs bis - 10 lbs
30 Zoll Pfeil                + 10 lbs
100 grain Spitze         - 3 lbs bis - 5 lbs
 
Spinewert =                  42 lbs bis 35 lbs
 
 
Es empfiehlt sich hier also Schäfte oder Pfeile mit dem Spinewert 35-40# zu nehmen.
 
All diese Werte sind nur Anhaltspunkte und geben eine grobe Orientierung welche Pfeile geeignet sind.
 

Spinewert Tabelle

Einen sehr guten Wert bieten auch Spinewerttabellen wie diese ( Die Erste für Carbonschäfte, die Zweite für Holzschäfte): 

 

Spinechart für Carbon

penthalon-carbon-spine-tabelle_1

Spinechart für Holz

henrys-spinetabelle-holzpfeile

Rohschafttest Spinewert

 
Da der dynamische Spine von vielen Faktoren abhängt, kann er nicht genau im Voraus ermittelt werden.
 
Um sicher zu gehen ist es sinnvoll noch einen Rohschafttest zu machen.
 
Dabei nimmt man einen unbefiederten Schaft und schießt diesen. Wenn der Schaft gerade fliegt stimmt der Spinewert. Wenn er trudelt probiert man so lange Schäfte mit ähnlichem Spine, bis man den richtigen gefunden hat.
 

Auch an dem Schaft im Ziel kann man sehr gut Fehler im Spine erkenne.

Wenn der steckende Pfeil bei einem Rechtshandbogen (Pfeilauflage Links) von Links eingeschlagen ist (also die Nocke links von der Einschlagstelle), dann war der Spine zu weich. Meist kann mann dann tunen indem man den Pfeil kürzt,

Ist die Nocke auf der Rechten Seite, dann konnte sich der Pfeil nicht um den Bogen bewegen, weil der Spine zu hart war. Hier könnte man mit einer schweren Spitze tunen, aber meistens ist es sinnvoller dann doch lieber eine Gruppe niedriger zu wählen. 

 

 

 


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