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Langbogen - Von der Kriegswaffe zum Sportgerät

Schlacht_von_Azincourt

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Der Langbogen ist eine der ältesten Bogenformen und wird deshalb gerne im traditionellen Bogensport eingesetz.

Als Waffe erlangte er einen legendären Ruf. 

 

Er diente im Mittelalter als Kriegswaffe und wurde vorwiegend im alten England verwendet. Zwar wurde nachgewiesen, dass Langbögen bereits um Christie Geburt von nordeuropäischen Stämmen genutzt wurden.

Dennoch konnten sie sich als Kriegswaffen erst im hohen bis späten Mittelalter durchsetzen. Von der römischen Armee wurden lieber kurze Bögen verwendet. 

Der Langbogen ist im Gegensatz zu herkömmlichen Bögen etwa so lang wie der Schütze, daher auch der Name.

Andere Bögen sind deutlich kürzer.

Früher wurden die Langbögen vor allem aus Eibenholz hergestellt. Das ist einer der Gründe, warum die Eiben heute unter Naturschutz stehen. Sie sind selten geworden, weil im Mittelalter ganze Eibenwälder abgeholzt wurden, um Langbögen herzustellen.

Heute wird ein Langbogen oft aus Ulmenholz oder Eschenholz gefertigt, billige Varianten auch aus Rattan, Eibe ist dagegen ziemlich kostspielig, hochwertige Exemplare werden aber weiterhin daraus gefertigt.

Charakteristisch sind dabei die zwei Farben der Eibe.

Das weiche aber zähe Splintholz ist hell, das starke druckfeste Kernholz im Rücken ist rot-braun.

Durch diese natürliche Kombination wurden beeindruckende Schussleistungen erreicht. 

 

Langbogenschützen - Die Eliteeinheit

 

Battle_of_crecy_froissartDie Langbogenschützen erhielten eine sehr hochwertige Ausbildung. Sie galten als sehr spezialisierte Kämpfer und konnten bis zu zehn Pfeile pro Minute abschießen.

Dabei erzielten sie problemlos Reichweite von knapp 200 Metern. Bestand eine Einheit aus 1.000 Langbogenschützen, konnte sie etwa 500 Kilogramm Pfeile pro Minute abschießen.

Eine beachtliche Anzahl, die effektiv und gefürchtet war. 

Dass Langbogenschützen eine sehr aufwendige Ausbildung erhielten, leuchtet ein, wenn man sich die erforderliche Technik verinnerlicht, die nötig ist um derartige Ergebnisse zu erzielen.

Denn man darf nicht vergessen, dass ohne Bogenfenster und Visier, mit einem handgeschnitzem Bogen geschossen wurde und das auf möglicherweise bewegliche Ziele. 

Das reale Vorbild für Robin Hood, soll ein solcher Langbogenschütze gewesen sein. 

 

Die richtige Langbogen-Technik erfordert einen bequemen und Schulterbreiten Stand, bei dem beide Füße in Zielrichtung nebeneinander stehen.

Der hintere Fuß kann bei Bedarf ein Stück nach vorne versetzt werden.

Die Hüfte sollte sich dabei jedoch nie gegen die Fußstellung drehen.

Der Oberkörper bleibt aufrecht.

Nun kann die Sehne mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gezogen werden.

Hierbei sollte ein Fingerschutz getragen werden. Die Hauptlast sollte auf dem Zeige- und Mittelfinger liegen.

Nur rund 10% der Last werden auf den Ringfinger verlagert. Die Sehne sollte in der dem Körper am entferntesten liegenden Fingerfurche des Mittelfingers liegen und zugleich auf dem hinteren Drittel des Zeigefinger-Endglieds.

Das Endglied des Ringfingers wird, wie bereits erwähnt, zu nur 10% belastet.

Eine fehlerhafte Fingerhaltung führt zu einem Verdrehen der Sehne und damit zu einer eventuellen Treffungenauigkeit.

Für den Auszug ist der Bogenarm gestreckt.

Zunächst wird die Sehne leicht angespannt, bevor der Bogen Richtung Ziel gehoben wird.

Nun kann die Sehne in einer gleichmäßigen Bewegung des Ellenbogens nach hinten gezogen werden. Der Langbogenschütze sollte dafür lediglich die Rücken- und Schultermuskulatur nutzen.

Nun kann die Zughand so weit nach hinten gezogen werden, dass der Mittel- oder Zeigefinger den Mundwinkel berühren. Hier ist der konstante Ankerpunkt sehr wichtig, damit die Auszugsbewegung konstant verläuft. Berührt der Mittelfinger den Mundwinkel, wird das als hoher Anker bezeichnet. Berühmt stattdessen der Zeigefinger den Mundwinkel, handelt es sich um einen tiefen Anker.

Wenn sich nun die Finger der Zughand entspannt öffnen, kann der Ablass erfolgen.

Ein aktives Öffnen der Finger der Zughand bringt kein optimales Ergebnis. Die Zughand wird durch den von der gespannten Muskulatur der Schulterblätter verursachten Zug auf die Schulter gezogen.

 

So leicht sich der Vorgang lesen lässt, so viel Übung benötigt es, bevor ein Langbogen optimal eingesetzt werden kann.

Die Technik muss immer wieder geübt und verfeinert werden. Viele Fehler lassen sich nur mit fachlicher Anleitung vermeiden.

Für Kinder war es in England teilweise verpflichtend einige Stunden pro Woche mit dem Bogen zu trainieren.

Für das Training durfte sogar der Gottesdienst ausgelassen werden. Jahrelanges Training war aber auch den extremen Zuggewichten damaliger Bögen geschuldet.

Über 140# konnten durch steckengebliebene Pfeilspitzen nachgewiesen werden. Deformierte Knochen bei Skeletten, belegen diese Werte.

Heutige Bögen bringen selten mehr als 60# auf die Bogenwaage. 

 

Verschiedene Bogenformen / Unterscheidungsmerkmale

 

In England hatten die Wurfarme im Querschnitt eine sogenannte D-Form.

Sie waren vorne gerade und wurden nach hinten zu halbrund.

Im Gegensatz dazu nutzten die amerikanischen Indianer und die Nomaden Bögen mit einer flachen und rechteckigen Form im Querschnitt.

Sie waren also vorne und hinten gerade geformt. Diese Form wird Flachbogen genannt.

Moderne Bögen haben fast alle diesen Querschnitt.

 

Grundsätzlich gibt es folgende Bogenformen:

die gerade Bogenform
die reflex-Form
die deflex/reflex-Form
die recurve-Form

Bei der geraden Bogenform ist der Langbogen aus einem geraden Stück Holz hergestellt. Die gerade Form ist die Urform.

Bei der reflex-Bogenform ist der Langbogen in sich nach vorn gebogen.

Der Bogen kann durch die stärkere Vorspannung mehr Kraft auf den Pfeil übertragen. Bei der deflex/reflex-Form ist der Bogen mittig nach hinten geschwungen. Die Wurfarme gehen leicht nach vorn.

Auch hier lässt sich mehr Kraft auf den Pfeil übertragen. Auch hier ist der Bogen mittig nach hinten geschwungen, die Wurfarmenden sind jedoch sehr weit nach vorn gebogen.

Bei dieser Bogenform kann der Bogen kürzer sein, obwohl die Auszugslänge gleich bleibt.

 

Sind die Wurfarme so weit nach vorne gebogen, dass die Sehne am Bogen aufliegt, handelt es sich um einen Recurvebogen. 

Des weiteren kann zwischen laminierten und massiven bögen unterschieden werden.

In der Urform sind die massiven Langbögen aus nur einer Holzart und dadurch sehr empfindlich. Sie müssen gut gepflegt werden, damit sie lange halten und nicht brechen.

Laminierte Bögen haben hingegen neben dem Holzkörper noch eine weitere Schicht aus einem anderen Material. Meist wird heute dafür Fiberglas benutzt.

Früher auch Tier- oder Planzensehnen. 

Diese Bögen sind strapazierfähiger und können auch einige Tage aufgespannt stehen. Vermeiden sollte man das aber trotzdem. ;) 

Der hauptsächliche Vorteil der Laminierung ist die Kombination verschiedener Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. 

An der Bauchseite des Bogens sind besonders zugfeste Materialien sinnvoll, der Rücken dagegen sollte möglichst hart und druckfest sein. Glasfaser und Carbon sind aufgrund ihrer Zugfestigkeit daher besonders für den Bauch geeignet. 

 

Ein weiterer Unterschied besteht in der Pfeilauflage bzw. dem Bogenfenster.

Langbögen ohne Bogenfenster und Pfeilauflage sind die Urform.

Später wurden Bogenfenster und Pfeilauflage verbaut. Das Bogenfenster sorgt dafür, dass der Pfeil dichter zum Mittelpunkt der Bogenbreite auszurichten ist.

Das hat erheblichen Einfluss auf die Zielgenauigkeit. Besonders das gleichmäßige einnocken wird erleichtert. 

Außerdem fliegen die Pfeile besser, da sie geradeaus und nicht um einen Bogen herum fliegen.

Bei der Pfeilauflage handelt es sich um eine kleine Kante im Bogenfenster. Auf diese kann der Pfeil gelegt werden.

Das machte die Positionierung auf dem Handrücken entbehrlich und diente deshalb dem Komfort.

 

Langbogen im Bogensport heute

 

Jahrtausende nach der ersten Benutzung von Langbögen zu Kriegs- und Jagdzwecken gibt es auch heute noch Langbogenschützen.

Der Langbogensport hat sich zu einer beliebten Sportart entwickelt.

Heute schießt der Langbogenschütze nicht mehr auf bewegliche Ziele, sondern auf standardisierte Zielscheiben.

Das Bogenschießen gehört zu den Präzisionssportarten und erfordert viel Geschick und Übung. 

Während im Bogensport oftmals hochentwickelte Sportbögen mit vielen Extras für mehr Treffsicherheit zum Zuge kommen, gibt es auch heute noch traditionelle Bogenschützen, die Langbögen ohne technische Raffinessen verwenden und sich und ihre Kunstfertigkeit in Sportwettkämpfen messen.

Sehr beliebt sind heute Parcours, die im Wald aufgebaut werden.

Langbogenschützen können hier auf Tierattrappen schießen.

Allerdings ist die echte Jagd mit dem Bogen in zahlreichen Ländern verboten. Dazu gehören Deutschland, Österreich, Schweiz und das Vereinigte Königreich. 

Abschließend bleibt zu sagen, dass der Langbogensport und der Bogensport im Allgemeinen, aufgrund der erforderlichen Konzentration und Disziplin sehr stark zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen kann. Deshalb ist der Langbogen sogar Teil eines therapeutischen Ansatzes.

Wer einmal mit dem Bogensport angefangen hat, wird schwer damit aufhören können.

Unsere Langbögen finden Sie hier: LANGBÖGEN

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