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Ein Kindergeburtstag bei Peters

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Ein Kindergeburtstag bei Peters

Ein Kindergeburtstag bei Peters

 

„Wer möchte denn anfangen?" - Chorale Ich-Rufe ertönen und ich stehe vor der schwersten Entscheidung meines Lebens.

 

Wir bekamen eine Anfrage von einem Kunden, ob wir auch einen Kindergeburtstag besuchen könnten und mit den Kleinen ein wenig schießen würden und sie dabei ein wenig beaufsichtigen und unterstützen. Das war neu für uns, aber warum denn nicht?

Klang nach einem Job für Carina und Hendrik befand Lino und so ging es für uns an einem Samstagnachmittag ab ins Kalletal. Mit einem weiteren Zielscheibenständer, einer Scheibe, ein paar Pfeilen und einem Wildcat im Gepäck düsten wir in Richtung Rinteln und dann ins Kalletal und fragten uns, wie das Bogenschießen vor Ort vonstattengehen und wie es dort wohl aussehen würde. Die Häuser lichteten sich allmählich und wir kurvten durch immer kleiner werdende Dörfer bis unser Navi uns in eine Straße mit größeren Höfen links und rechts und dem ein oder anderen Feld lotste. Das Haus zu dem wir mussten war nach erfolgloser Befragung einiger Passanten aus Hannover tatsächlich das mit den vielen gelben Luftballons am Zaun - recht logisch für einen Kindergeburtstag.

Herr Peters öffnete uns sehr freundlich die Pforte und wir fuhren mit unserem Auto vor und erblickten die Kinder. Erster Gedanke: „Man sind die klein!"

Wir stiegen aus und wurden sehr nett begrüßt, begannen dann darüber zu beratschlagen wo wir mit den Lütten schießen sollten. Da wir auf ein Pfeilfangnetz verzichtet hatten, war der eigentlich gedachte Platz vor einem großen Garagentor weniger geeignet und wir wählten ein Stück Wiese mit einigen Zypressen am Ende und einem Feld dahinter.

Die Kinder versammelten sich und blickten uns ein wenig hibbelig an. Jetzt ging es los. Das Problem, wie wir die Kinder in zwei Gruppen aufteilen sollten, löste Carina spontan, indem sie die Jungs zu mir schickte und selbst die Mädchen in ihre Obhut nahm. Die Voraussetzungen für den Geschlechterkampf waren nahezu perfekt.

Ich erklärte den mir Anvertrauten kurz wie das Ganze ablaufen würde und dann rutschte mir die Frage heraus, die ich eigentlich vermeiden wollte. „Wer möchte denn anfangen?"... Schade Hendrik. Bei Carina ging das irgendwie problemlos von statten. Die erste Probandin wurde schon mit Handschuh und Armschützer ausgestattet während meine Jungs noch Stein-Schere-Papier mit unfairen Regeln und starken Manipulationsversuchen spielten.

Danach ging es relativ schnell und die Kinder fanden ihren Spaß, sodass schnell klar wurde, dass wir hier mehr als 90 min verbringen würden. Es war schön zu sehen wie schnell die Kleinen lernten. Bereits beim zweiten Durchgang verdoppelten und verdreifachten sich ihre Treffer. Wie genau die Sehne denn richtig ausgezogen wurde und ob der Pfeil über oder unter dem Begrenzer eingenockt wurde, war dann zwischendurch auch nicht mehr so wichtig - der Erfolg zählte. Wobei so richtige Misserfolge gab es auch nicht, denn auch ein Loch im Stamm des Baumes drei Meter neben der Zielscheibe wurde unter tosender Bewunderung der Freunde beglückwünscht. Nach kurzer Zeit hing dann auch der erste dem Tode geweihte Luftballon an der Zielscheibe und sein Zerplatzen wurde ähnlich honoriert.

Die Mädchen begeisterten sich weniger an der Zerstörungskraft als an den Pfeilen per se. Besonders die mitgebrachten Flu-Flu-Pfeile bekamen besondere Namen und fantastische Geschichten zugesprochen.

Als die Pommes dann riefen, verschwanden die Kinder nach und nach und auch die Eltern durften nochmal den Bogen in die Hand nehmen - und leckten Blut. Vorsichtig flog die Idee von weiteren Treffen mit Bogenschießen in der Luft und unser Auftrag war erfüllt. Glücklich und erschöpft fuhren wir mit einem Teller voll Kuchen wieder nach Hause. Das war ein Spaß!

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